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Bericht vom Treffen mit Pfr. Henn: Marienerscheinungen – Sein oder Schein?

Generation 60+

Die bereitgestellten Stühle waren rasch besetzt, mehr als 30 Teilnehmer hatten Pfarrer Georg Henn und sein Thema „Marienerscheinungen – Sein oder Schein?“ am Dienstag, 12.05.2026 ins Kath. Gemeindezentrum in Sandhausen gelockt.

Pfr. Henn ging zunächst auf die Bedeutung Mariens in den Schriften des Neuen Testaments und in der Lehre der Kirche ein.

Maria hat in den Evangelien vor allem die Rolle als Mutter Jesu, häufig wird sie auch nur als „seine Mutter“ erwähnt. Ihr Handeln und ihre Aussagen dienen dazu, Jesus und seine Sendung hervorzuheben. Am Kreuz sagt Jesus zu Maria und dem Jünger „Siehe, dein Sohn – siehe, deine Mutter“. Daraus leitet die Lehre der Kirche ab, dass Maria nicht nur Mutter Jesu, sondern auch Mutter der Jünger und damit der ganzen Kirche und aller Gläubigen ist.

Nach christlichem Verständnis ist die Offenbarung mit Christi Erscheinen endgültig abgeschlossen. Andere „Offenbarungen“ wie die im Islam oder bei den Mormonen werden nicht anerkannt. Allerdings gibt es sogenannte „Privatoffenbarungen“, die im Prinzip jeder haben kann. Sie stehen aber nicht auf derselben Stufe wie die biblische Offenbarung und dürfen den Glauben nicht ergänzen oder korrigieren.

An die Anerkennung solcher „Privatoffenbarungen“ stellt die katholische Kirche sehr hohe Anforderungen, ein Kriterium ist die „Übernatürlichkeit“. Wichtig ist hier: Auch anerkannte Privatoffenbarungen gehören nicht zum verbindlichen Glaubensgut wie die Bibel; man darf sie annehmen, muss es aber nicht.

Bezogen auf Maria gibt es eine Reihe wichtiger anerkannter Privatoffenbarungen. Dazu gehören:
 
  • Lourdes (1858): Erscheinungen der Gottesmutter an Bernadette Soubirous;
  • Fatima (1917): Erscheinungen an die Hirtenkinder Lúcia, Francisco und Jacinta;
  • Guadelupe (1531, Mexiko): Erscheinung Mariens an dem indigenen Juan Diego; heute der weltweit größte Marien-Wallfahrtsort
Zur Gruppe der umstrittenen und nicht offiziell anerkannte Orte für angebliche Marienerscheinungen:
 
Medjugorje (1981, Herzegowina): angebliche Erscheinung Mariens an 6 Kindern. Offizielle Pilgerfahrten dorthin sind zwar inzwischen erlaubt, die örtliche Bischofskonferenz lehnte die Anerkennung ab, weil nicht nachweisbar sei, dass die Vorgänge übernatürlich seien.
 
Nicht anerkannt sind die Ereignisse in Marpingen (Saarland), wo 3 Mädchen 1876 berichteten, die Gottesmutter gesehen zu haben.

Sehr interessiert und gespannt hörten die Teilnehmer den Ausführungen von Pfr. Henn zu. Auf anschließende Nachfragen konnte Pfr. Henn noch eingehen, bevor wir ihn zum Abschluss mit großem Beifall verabschiedeten.
 
(SG)
 
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